Muttertagsgeschenk Berlin: Mit Mama in den Wald

Was nährt dich, Mama? Über eine Generation, die für alle da ist. Und einen Wald, der zuhört.

Was Mütter wirklich trägt und was fehlt

Da ich selbst Mutter bin und gleichzeitig lange in zeitintensiven Führungspositionen gearbeitet habe, liegt mir diese Frage besonders am Herzen: Was brauchen Mütter eigentlich wirklich?

Was tun wir, wenn der 5-Tage-Wellness-Urlaub gerade schlicht nicht drin ist und wir trotzdem dringend wieder auftanken müssen?

Jede vierte erwerbstätige Mutter empfindet ihre Zeit als zu knapp. Das ist kein Gefühl. Das ist eine Zahl aus der Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamts, 2022.

Frauen leisten täglich 43,4 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. 76 Minuten Unterschied, jeden Tag.¹ Wer Kinder hat, kennt den Grund. Mental Load bezeichnet das nicht aufhören wollende Durchrattern von To-do-Listen im Kopf, die Organisation von Arztterminen, Schulveranstaltungen, Konflikten, Budgets. Diese Arbeit bleibt unsichtbar.³

Und selbst wenn eine Pause theoretisch möglich wäre, sie fühlt sich nicht so an. Die Freizeit von Müttern ist meist fragmentiert: zehn Minuten hier, fünfzehn Minuten dort. Während Männer eher zusammenhängende, ungestörte Zeitblöcke haben, die wirkliche Erholung ermöglichen, bleibt Müttern oft kein Raum, wirklich abzuschalten. Wer beim Kaffee mental die nächste Woche durchplant, erholt sich nicht auch wenn es von außen nach Entspannung aussieht.⁴

Ich kenne das. Den Moment auf dem Sofa, in dem der Körper sagt: jetzt. Und der Kopf schon längst beim nächsten Morgen ist.

Hinzu kommen Schuldgefühle: Für viele Mütter fühlt es sich schlichtweg falsch an, sich ausschließlich auf sich selbst zu konzentrieren selbst dann, wenn jemand anderes die Kinder betreut und eine Pause absolut möglich wäre.⁴ Das mentale Wohlbefinden verschlechtert sich laut einer Studie bei 30 Prozent der Mütter in den ersten sieben Jahren nach der Geburt. Mütter setzen ihre eigenen Bedürfnisse oft als letzte.⁵

Und das kann und möchte ich nicht so stehen lassen, ich möchte, dass meine Tochter eine glückliche und erfüllte Mama hat und deshalb bin ich auf die Suche nach der perfekten kleinen Pause gegangen.

Gemeinsame Zeit: Was Mütter und erwachsene Kinder verbindet

Etwa ein Drittel der Erwachsenen hat täglich oder mehrmals pro Woche Kontakt zu seinen Eltern. Kinder sprechen dabei deutlich häufiger mit der Mutter als mit dem Vater. Der Pairfam-Studie zufolge besprechen in Deutschland 55 Prozent der 15- bis 37-jährigen Töchter persönliche Dinge regelmäßig mit ihrer Mutter.⁶

Die Bindung ist da. Aber echte gemeinsame Zeit? Zeit ohne Agenda, ohne Funktionieren-müssen, ohne Rollen, die ist selten. Man trifft sich zum Geburtstag, zu Weihnachten, zum Kaffee mit halb aufmerksamem Blick aufs Handy. Man redet über das Naheliegende. Man fragt nicht: Was nährt dich eigentlich gerade?

Wenn ich an meine Tochter denke, daran, was ich ihr mitgeben möchte — dann ist es nicht Leistung. Es ist die Fähigkeit, innezuhalten. Zu spüren. Den Unterschied zu kennen zwischen beschäftigt sein und wirklich da sein. Das lässt sich nicht erklären. Aber es lässt sich gemeinsam erleben.

Meine Tochter kommt mit mir regelmäßig in den Wald, mal suche ich den Weg aus, mal sie. Immer aber ist es ein glückliches Zusammensein, ohne Handy und Ablenkungen.

Neurowissenschaftliche Studien des Max-Planck-Instituts zeigen: Während gemeinsamer Aktivitäten synchronisiert sich die Gehirnaktivität von Mutter und Kind messbar und das Ausmaß dieser Synchronie hängt direkt mit der Qualität der Beziehung zusammen.⁷ Verbundenheit entsteht nicht durch Gespräche über sie. Sie entsteht, wenn man etwas gemeinsam tut. Wenn man nebeneinander langsam wird.

Waldbaden in Berlin: Warum der Wald wirkt

Waldbaden ist keine Wellness-Erfindung. In Japan wurde der Begriff Shinrin-Yoku 1982 geprägt, um die Bevölkerung zu ermutigen, in Wäldern spazieren zu gehen und ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden zu steigern. Seit den 1990er Jahren wurden zahlreiche wissenschaftliche Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen durchgeführt.¹¹

Die Ergebnisse sind konsistent. Ein signifikanter Rückgang des Stresshormons Cortisol wurde bereits nach 40 Minuten Waldspaziergang festgestellt.⁸ Forscher der Universität Michigan konnten zeigen, dass schon 20 bis 30 Minuten in einer natürlichen Umgebung ausreichen, um den Cortisol-Spiegel messbar zu senken.⁹ Die positiven Effekte eines zweistündigen Waldbades können bis zu sieben Tage anhalten.¹⁰

Was den Wald von einem Spaziergang unterscheidet, ist die Haltung. Kein Ziel. Kein Tempo. Die Aufmerksamkeit nicht nach vorn, sondern nach innen und ringsum. Rinde unter den Fingern. Das Licht, das durch Blätter fällt. Der Geruch nach Erde und Harz. Die im Wald enthaltenen Phytonzide, flüchtige organische Verbindungen, die Bäume ausströmen, senken nachweislich den Cortisolspiegel und verbessern die Herzfrequenzvariabilität, also die Fähigkeit des Herzens, mit Stress umzugehen.⁸ Das Nervensystem schaltet um. Der Parasympathikus übernimmt. Der Körper beginnt, sich zu erinnern, wie Ruhe sich anfühlt.

Als Waldbaden-Guide erlebe ich das jede Woche. Und es gibt einen Satz, den ich in fast jeder Session höre, von mindestens einer Person:

Ich fühle mich so leicht. So glücklich.

Nicht weil etwas Besonderes passiert ist. Sondern weil für einen Moment nichts von ihnen verlangt wurde.

Für Mütter ist das keine Kleinigkeit. Es ist vielleicht das Einzige, was sich wirklich nach Freizeit anfühlt: ein Ort, an dem niemand etwas braucht. An dem das Telefon in der Tasche bleibt. An dem die To-do-Liste kurz verstummt, nicht weil sie weg ist, sondern weil der Wald lauter ist.

Ein achtsames Geschenk zum Muttertag — statt Blumen

Blumen welken. Ein gemeinsames Erlebnis bleibt.

Ich habe die Waldbadenbox für genau diesen Moment gemacht, nicht nur aber auch für Mütter, die selten gefragt werden, was sie eigentlich brauchen. Und für alle, die ihnen das fragen möchten, ohne die richtigen Worte zu haben. Der Wald findet sie.

Vielleicht ist das, was viele Mütter wirklich brauchen, kein weiterer Anlass zum Versorgen, sondern ein Moment, in dem niemand etwas von ihnen will. Ein paar Stunden im Berliner Wald, mit einem Menschen, dem sie wichtig sind. Kein Programm. Keine Erwartung. Nur eine Frage, die selten jemand stellt:

Was nährt dich?

Der Wald hört zu. Du darfst ehrlich sein.

Für alle, die ihrer Mama etwas schenken möchten, das wirklich bleibt: Die Waldbadenbox ist zum Waldbaden gemacht: alleine, gemeinsam, und auch zuhause.

 

Quellen & Nachweise

¹ Statistisches Bundesamt (Destatis): Zeitverwendungserhebung 2022. Erstveröffentlichung Februar 2024, revidierte Ergebnisse Juni 2025. Gender Care Gap: Frauen leisten 43,4 % mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. bmbfsfj.bund.de

² Hochschild, Arlie Russell; Machung, Anne: The Second Shift. Viking Penguin, New York 1989. Rezeption über Bundesstiftung Gleichstellung: bundesstiftung-gleichstellung.de

³ Lott, Yvonne; Bünger, Bettina: Mental Load in Familien. Hans-Böckler-Stiftung / WSI, 2023.

⁴ Leisure Gap: Warum haben Mütter kaum Zeit für sich selbst? lunamum.de, November 2025.

⁵ Giesselmann, Marco (2018); Bujard et al. (2021); Grobe et al. (2020), zusammengefasst in: Müttergesundheit: Ein Thema! Fakten und Bedarfe, 2023.

⁶ Quarks Daily Spezial: Einmal Kind, immer Kind? quarks.de, Juli 2024. Datengrundlage: Pairfam-Studie.

⁷ Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig: Forschungsbericht 2020 — Neuronale Synchronie in Eltern-Kind-Paaren. cbs.mpg.de

⁸ Li, Qing: Effects of forest bathing on human immune system. Environmental Health and Preventive Medicine, 2009. Hansen et al.: Shinrin-Yoku: A State-of-the-Art Review. Int. J. Environmental Research and Public Health, 2017.

⁹ Hunter, MaryCarol et al.: Urban Nature Experiences Reduce Stress. Frontiers in Psychology, 2019. Universität Michigan.

¹⁰ Li, Qing: Studien zur Wirkdauer von Shinrin-Yoku. Nippon Medical School Tokio.

¹¹ Japanisches Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei: Prägung des Begriffs Shinrin-Yoku, 1982.

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Warum unser Körper im Frühling nach Wald ruft – und was Waldbaden wirklich bewirken kann